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Böse, laut und knallhart – Das Live Evil Festival fasst Fuß in Berlin

Böse, laut und knallhart – Das Live Evil Festival fasst Fuß in Berlin

In Berlin krachte und rumpelte es vom 27. bis 28 . Mai 2016 gewaltig. Das Live Evil premierte in der Hauptstadt und bot den heißesten Scheiß der aktuellen Metal-Newcomer.

Berlin hat keine Metal-Szene? Nicht, wenn das Live Evil seine Entjungferung feiert und Gäste auch außerhalb des Dunstkreises des Hauptstadtbaches ins Cassiopeia anreisen. Ursprünglich entstand das Live Evil im Jahre 2010 in London. Seit seiner Gründung schafft das Festival eine Plattform, auf der sich vor allem aktuelle Newcomer und vielversprechende Undergroundbands etablieren können.
In diesem Jahre schwappte die Veranstaltung auf das Festland über und lockte mit großartigen Newcomerbands.

Noch vor dem eigentlichen Festival startete im Cortina Bop eine Warm-Up Show. Dass das Live Evil keine Schmuse-Veranstaltung ist, wird mit dem ersten Act klar. Vulcano aus Sao Paulo (Brasilien) schmetterten den Zuschauern als Mainact ihr musikalisches Arrangement um die Ohren, das ganz im Sinne der großartigen Sepultura, Sarcofago oder Mutilator erinnert.

Als Support dienten Nachash aus Oslo. Die Norweger schmissen der mähneschleuderten Gemeinde ihren düsteren Black-Metal Sound ins Gesicht, der in vielen Punkten an Größen wie Amon Amarth erinnert.

Das eigentliche Festival startete einen Tag später am 27. Mai in Friedrichshainer Cassiopeia.
Zum Wunder der sonst dort ansässigen Elektromusik-Liebhaber und Koksnäschen glänzte das RAW-Gelände in den schönsten schwarzen Farben.
LiveEvil-flyerIn den Untiefen des Cassiopeia versammelten sich die Besucher in den stickigen Kellern. Zum Start gaben sich Morbid Panzer die Ehre. Die Band ist noch blutjung und hat nichts weiter als ein Demotape im Gepäck. Ihre Musik ist vor allem im Black- und Trashmetal ansässig. Ein Blick auf die Website der Musiker lohnt.
Der zweite Act ließ nicht lange auf sich warten: Die finnischen Jungs von Hard Action liefern ein Spektakel aus Speed- und True Metal und sorgten bereits am frühen Abend für Nackenschmerzen in Folge von wehenden Haaren.
Für Kehlkopfentzündungen sorgten Okkulta aus Deutschland. Mit ihrer Auf-die-Fresse-Black-Metal-Attitüde heizten sie dem Publikum nochmals richtig ein, bevor endlich der Main Act Manila Road als letztes am Freitagabend die Bühne betrat.
Die Band existiert bereits seit den 70er Jahren und sind als Headliner für ein Newcomer-Festival eher als „Alte Hasen“ zu betiteln.
Die Musiker aus Kansas (USA) brachten schon zahlreiche Alben heraus, ihr neuestes in 2015 namens „The Blessed Curse“. Ihr Epic Metal sorgt für emporgehobene Fäusten, durch die Luft wehende Haare und jede Menge Spaß.
Still in der Ecke stehen, ist bei den Herren keine Option!

Der Samstag wartete mit zwei Bühnen in den bereits eingetanzten Cassiopeia auf. Ganze acht Bands sorgten für Pommesgabeln und Kopfschütteln. Den Startschuss gaben die kanadischen ZEX. Die Metal-Punker aus Ottawa sorgten mit ihren an die 70er Jahre erinnerten Sound für einen fulminanten Einstieg.

Als nächstes starteten die britischen Speed-Metaler Dungeon. Ihre erste EP „Unholy Speed Attack“ sagt eigentlich alles. Wer hier nicht schwitzt, hat nicht mitgemacht.

Beim nächsten Act wurde es böse. Die Kölner „Chapel of Disease“ schmetterten ihren Old School Death Metal in die Meute und crawlten mit Passion in das Mikro. Ihr neuestes Werk „The Mysterious Ways of Repetitive Art“ erschien 2015 und ist ein opulentes Meisterwerk, welches durch instrumentaler Finesse nur so strotzt. Live sorgen die Kölner für eine fantastische Show. Für mich der heimliche Mainact des Festival.

Wie kann man den nächsten Act beschreiben? Nun ja, ihr Name lautet schonmal Indian Nightmare und ja – bei Gott – so sehen die Jungs auch aus. Die Berliner haben toupierte Haare, sind geschminkt und erinnern mich mehr an verrückte Voodoo-Meister aus den Untiefen des südamerikanisches Dschungels. Wenn nicht gerade ins Mikro gebrüllt wird, trommeln sich die Jungs auf die Brust. Ihre Musik ist stark geprägt von Speed-und Thrashmetal, aber irgendwie auch nicht. Eigentlich spielen die Jungs ihren ganz eigenen Stil, der nicht nur Spaß macht, sondern auch einiges zum Hinschauen liefert.

Endlich Schweden auf der Bühne: Die Death Metal Band Degial ist einfach nur böse, obwohl sie am Merchandise so nett lächeln können. Aber Arbeit ist schließlich keine Spaßveranstaltung. Und so schmettern die Jungs aus Uppsala ihre urbösen und knallharten Sound dem Publikum vor die Füße gemäß dem Motto: Friß oder Stirb.

Um wieder etwas seichter den Abend zu bestreiten, betreten nun die britischen Amulet die Bühne und sorgen mit ihrem Heavy Metal für reichlich Schweiß im Publikum. Klassische Gitarrenriffs mit doch nicht wenig musikalischer Nähe zu Judas Priest zeichnen den Sound von den Briten aus.

Time for the Mainact – Bulldozer stürmen die Bühnen. Die italienischen Musiker sorgen für Gerumpel ganz im klassischen Sinne von Motörhead und Sodom. Die Italiener greifen bereits seit den 80er Jahren zu Gitarren, Bass und Schlagzeug und versorgen das Volk mit Thrash- und Speedmetal. Ihr letztes Album „Unexpected Fate“ erschien 2009.

Zum Ausklang im Cassiopeia zertrümmerten die finnischer Vorum die Bühne mit ihrem finsteren Death Metal. Finnland ist halt auch dunkel das meiste Jahr über und manchmal können da Menschen seltsam werden. In Corpse Bemalung und finsteren Blicken bereiteten Vorum den Zuschauern einen wunderbaren Ausklang des Abends im Cassiopaia.

Wer noch nicht genug hatte, konnte zur Aftershow Party ins Urban Spree marschieren. Dort dröhnten Natur und Antichrist durch die Nacht. Die Amerikaner Nature tobten mit ihrem Old School Heavy Metal durch die Nacht und hinterließen in ihren Lederoutfit das Ende der Nacht offen.
Auch Antichrist lieferten Musik ganz im Sinne der 80er Jahre. Die Schweden lieferten mit den Worten des Veranstalters „ A Torment in Hell“. Gegründet wurde die Band in 2005 und seitdem ging es mit den Musikern steil bergauf. Bereits vier Cds auf dem Markt und Auftritte bei jeder Gelegenheit.

Was kann man abschließend sagen?

Das Live Evil war eine rundum gelungene und vor allem gut organisierte Veranstaltung. Wer gerade nicht im Keller die Haare schwang, konnte im Biergarten ein paar kühle Blonde zischen und sich zurücklehnen. Nach Angaben des Veranstalters feierten bei der Warm-up Show 120 Personen im Cortina Bop. An den beiden Haupttagen schüttelten insgesamt 620 Besucher ihre Haare und die Aftershow war ausverkauft.
Bis hoffentlich nächstes Jahr Live Evil. Bring the Metal back to Berlin.

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